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Ostholstein Mut im Betreuungsalltag: Wenn Verantwortung und Vertrauen zusammenkommen

Wie fühlt es sich an, Verantwortung für Entscheidungen im Leben eines anderen Menschen zu
übernehmen? Welche Rolle spielen Vertrauen, Nähe und Grenzen in dieser Aufgabe? Darum ging es
im Erzählsalon „Mut im Betreuungsalltag“, den der Betreuungsverein Ostholstein (BVO) am
vergangenen Freitag im Forum Eutin ausrichtete. Menschen, die andere rechtlich und persönlich
begleiten, berichteten von Zweifeln und gelungenen Schritten.
Ein zentrales Motiv war der Mut, auch loslassen zu können. Eine Teilnehmerin schilderte, wie sie
einem Betreuten den Wechsel von einer stationären Einrichtung in ein selbstbestimmteres
Wohnumfeld ermöglichte, trotz anfänglicher Bedenken. Dabei wurde im weiteren Austausch
deutlich: Mut kann sowohl darin liegen, Freiräume zu eröffnen, als auch darin, Grenzen zu setzen,
wenn Schutz, Sicherheit und der Wunsch nach Eigenständigkeit gegeneinander abgewogen werden
müssen.


Bei den Erzählungen zeigte sich auch, dass es manchmal Mut erfordert, Beobachtungen gegenüber
Heimleitungen oder Pflegekräften offen anzusprechen, um Klarheit zu schaffen und Unterstützung zu
ermöglichen. Besonders eindrücklich waren Einblicke in familiäre Betreuungssituationen, in denen
die Themen Nähe, Sorge und Loslassen besonders eng miteinander verwoben sind. Am Ende des
Abends stand die Erkenntnis: Mut zeigt sich nicht unbedingt in großen Momenten, sondern als
alltägliche Haltung, bei wichtigen Entscheidungen immer wieder neu abzuwägen.
Der nächste Erzählsalon findet am 23.04.2026 statt, wieder in Eutin. Das Thema wird rechtzeitig
bekannt gegeben. Wer teilnehmen oder sich in den Verteiler eintragen möchte, erreicht BVOVereinsbetreuerin
Freija-Dorothea Kieper telefonisch unter (04521) 7613448 oder per Mail:
ki****@*****************oh.de – sie ist auch Kontaktperson für alle, die sich erstmalig für dieses
besondere Ehrenamt interessieren